Nachfolgend wollen wir Ihnen ein aktuelles Beispiel für eine gelungene Adaptierung eines alten, feuchten Zinshauskellers als hochwertigen Hobbyraum im direkten Verband mit der darüber liegenden EG – Wohnung näher präsentieren:

Der Fachmann Berichtet

Ausgangssituation: Der Bauherr hatte vor kurzem eine Maisonettwohnung in einem Gründerzeitzinshaus, errichtet um 1900, erworben, bestehend aus Wohnräumen im EG sowie dem darunter liegenden Kellerbereich. Das Untergeschoß sollte als Billiardzimmer und Wellnessbereich genutzt werden. Der feuchte Keller war zwar optisch hochwertig aber unfachmännisch saniert, sodass bereits kurz nach dem Erwerb massive Salzausblühungen, Farb- und Putzabplatzungen am Innenputz auftraten.

Problemstellung: Das feuchte Kellergeschoß besteht aus Ziegelmauerwerk, das mangels funktionstüchtiger Vertikal- bzw. Horizontalabdichtungen, sowohl unter seitlich eindringender Erdfeuchte als auch unter aufsteigender Feuchte leidet. Dies hat als Folgeschäden zu teils hochgradiger Versalzung der verbauten Ziegel geführt, sowie zu stark erhöhter Luftfeuchtigkeit des Innenklimas. Somit ist die Gefahr von Schimmelbefall an Möbeln und organischen Lagergütern gegeben.

Sanierungskonzept: Es wurde beschlossen, freistehende Außen- und Zwischenwände mit einem Bohrloch-injektionsverfahren nachträglich gegen aufsteigende Feuchte abzudichten. Im Bereich der seitlich erdberührten Außenmauer sind ein nachträgliches Abgraben sowie die Einbringung einer Vertikalabdichtung technisch nicht möglich mangels Zugänglichkeit. Es wurde daher ein Feuchtmauerputz – System als Innenputz aufgebracht um eine stetige und schadfreie Verdunstung der Mauerfeuchte nach innen zu ermöglichen. Zur Kompensation der dadurch zu erwartenden, höheren Luftfeuchtigkeit wurden weiters 2 dezentrale Wohnraumlüfter mit Wärmerückgewinnung verbaut, die individuell vom Kunden zu bedienen sind. Teilbereiche der Mauerwerksoberfläche wurden als Sichtmauerwerk belassen bzw. als solches wieder hergerichtet. Dies erfüllt allerdings lediglich dekorative und keine funktionalen Zwecke.

Ausführung: Zuerst wurden der Boden und die Stiege ins EG, die Möbel und Türen gründlich abgedeckt bzw. abgeklebt um Verschmutzungen sowie Beschädigungen zu vermeiden. Weiters wurden 2 Staubschutzwände zum EG errichtet, am oberen und unteren Treppenabsatz. Sodann wurden geschädigte, Salz belastete Altputze abgestemmt unter Bedachtnahme auf die Mauerwerksoberfläche. Die Baurestmassen wurden umgehend eingesackt und abtransportiert. Sämtliche Gipsplomben im Mauerwerk, z.B. zum Anhaften von Rohrleitungen und dgl. wurden entfernt und gegen Blitzzement getauscht. Die Mauerwerksoberfläche wurde mittels Stahlbesens gereinigt. In Folge wurde das freistehende Mauerwerk knapp über Kellerfußbodenniveau mit einer Bohrlochkette versehen und mittels Silan/Siloxan Gel injiziert als Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk. Sodann wurde das Mauerwerk vorgespritzt sowie grob und fein verputzt mit dem Feuchtmauerputz – System Moldan IP60. In die alten Lüftungsschächte wurden 2 Wohnraumlüfter mit Wärmerückgewinnung der Marke inVENTer 14 eingebaut, die nun für eine kontinuierliche Be- und Entlüftung des Kellergeschoßes sorgen. Im Sommer wird durch den integrierten Wärmetauscher die Zuluft gekühlt, im Winter der Abluft die Heizenergie entzogen und der Zuluft wieder zugeführt. Somit wirken die Lüfter nicht nur Klima regulierend, sondern tragen auch zur Heizkostenreduktion und Energieeinsparung bei. Als optisches Highlight wurden die Wohnraumlüfter mit einer Glasscheibe und Farbe wechselnder LED-Beleuchtung bestückt.
Als abschließender Anstrich wurde eine hochwertige, diffusionsoffene Reinsilikatfarbe gewählt, die die positiven Verdunstungseigenschaften des Verputzes nicht beeinträchtigt.

Endergebnis: Das Kellergeschoß kann nun ohne Einschränkungen als Billiardzimmer, Rückzugsraum und Wellnessbereich genutzt werden. Die Putzoberfläche ist schadfrei, die Luftfeuchtigkeit im Normbereich. Der Auftraggeber (Innenarchitekt) ist höchst zufrieden mit dem Ergebnis der Mauertrockenlegung und anschließender Sanierung sowie mit dem zeitlichen Ablauf der Baustelle und hat uns bereits in ähnlich gearteten Anwendungsfällen weiterempfohlen.

Übersetzung -> Menschlich

Einer unserer Kunden, deutscher Innenarchitekt, hat sich eine zweigeschossige Wohnung im Altbau gekauft um in Wien zu Wohnen und zu Arbeiten.

Das untere Stockwerk ist im Keller.  Scheinbar wurde der Keller nur vor dem Verkauf „zur Show saniert“ wodurch schon nach kurzer Zeit hässliche Putzschäden entstanden sind und die Farbe abgeblättert ist. Zusätzlich war ein muffiger Kellergeruch wahr zunehmen.

Dies passiert halt wenn man auf eine feuchte Kellermauer einen herkömmlichen 08/15 Maschinenputz aus dem Baumarkt aufträgt. In einem alten Zinshauskeller ist damit zu rechnen, dass die Mauern feucht sind, da ständig Wasser von unten und von der Seite in die Wand eindringt, ohne Abdichtung. Hohe Luftfeuchte und modriger Kellergeruch sind dann die Folge, schlimmstenfalls auch Schimmel.

Um den Raum wieder sinnvoll verwenden zu können, musste der alte Putz entfernt und eine Abdichtung mittels Injektion eingebracht werden. Dann wurde ein Feuchtmauerverputz aufgebracht, der die Mauerfeuchte reguliert (verdunstet).  Gegen die hohe Luftfeuchte und den muffigen Geruch wurde eine kontrollierte Lüftung (da es sich um einen „Wohnraum“ handelt) mit Wärmerückgewinnung eingebaut.

Ein schönes Beispiel für eine gelungene Kellertrockenlegung mit Be- und Entlüftung.